Bestattungsformen

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Der traditionelle Ort der Bestattung ist der Friedhof Falls die oder der Verstorbene eine bestimmte Form der Bestattung ausdrücklich gewünscht hat, sollte diesem Wunsch nach Möglichkeit entsprochen werden. In allen anderen Fällen liegt es an den Angehörigen, eine Entscheidung zu treffen.

Gedanken zur Entscheidungsfindung
Es liegt ein tieferer Sinn darin, dass Friedhöfe und Gräber öffentliche und klar erkennbare Orte sind. Die Hinterbliebenen haben einen festen Ort des Gedenkens. Niemand kann von dem Besuch ausgeschlossen werden, da der Ort für alle zugänglich ist. Auch die Trennung zwischen einem „Ort der Toten“ und einem „Ort der Lebenden“ hat ihre Bedeutung. Die Angehörigen können Abstand zum Tod gewinnen, um zu ihrem eigenen Leben zurückzufinden. Und die Totenruhe ist gewährleistet.
Bedenken Sie dabei, dass die Art der Bestattung über Jahre und Jahrzehnte hinweg über den Ort des Gedenkens entscheidet. In der Vorstellung, dass der verstorbene Mensch an einem bestimmten Platz gut aufgehoben ist, liegt etwas Tröstliches. Es ist ein Unterschied, ob man ein sichtbares Grab vor sich hat, das man pflegen und gestalten kann, oder ob jemand im Gedenken allein auf seine Vorstellungskraft angewiesen ist, wie es beispielsweise bei einer anonymen Bestattung der Fall ist. Die christliche Bestattungskultur spricht für eine individuelle und öffentliche Form der Beisetzung. Für die Entscheidung kann es sinnvoll sein, die unterschiedlichen Bestattungsabläufe zu kennen.

Die Erdbestattung. „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube“ – mit diesen Worten werden seit Jahrhunderten Verstorbene beerdigt. Sie werden in die Erde gelegt, aus der ihr Leib nach biblischem Verständnis geschaffen wurde. Demzufolge wird bei der Erdbestattung der Körper in einem Sarg der Erde übergeben, „von der er genommen ist“. Die Angehörigen nehmen am Abschied unmittelbar teil. Sie gehen mit zur Grabstelle und sehen, wo sich die letzte Ruhestätte befindet. Auf diese Weise wird der Abschied begreiflich. Nach der Bestattung können die Anwesenden untereinander Erinnerungen teilen und Kraft aus dem gemeinsamen Beisammensein gewinnen.

Die Feuerbestattung / Urnenbestattung. Viele Menschen entscheiden sich zu Lebzeiten, auch aus praktischen Erwägungen, für eine Feuerbestattung. Sie erfordert nur ein kleines Urnengrab bzw. weniger Platz im Familiengrab. Auch sind die Kosten für das Grab und die anschließende Grabpflege nicht so hoch wie bei einer Erdbestattung.
Bei einer Urnenbeisetzung wird die Urne statt des Sargs, umgeben von Kerzen, Kränzen und Blumen, in der Trauerhalle aufgebahrt. Die Urnenbeisetzung schließt sich in diesem Fall an die Trauerfeier an.
Die Beisetzung der Urne kann in einem Erdgrab erfolgen, in einem speziellen Urnengräberfeld oder in einer Urnenwand. Die meisten Karbener Friedhöfe haben mittlerweile eine Urnenwand, nur Okarben nicht. Eine Urnenbeisetzung in einer Urnenwand ist in einem anderen Stadtteil möglich.

Seebestattung. Hierbei handelt es sich um eine Urnenbeisetzung im offenen Meer. Während der Fahrt zur Beisetzungsstelle wird die Urne in der Kajüte aufgebahrt. An der Beisetzungsstelle angekommen, wird die wasserlösliche Urne vom Kapitän an einem Seil im Meer versenkt. Die Angehörigen können der Zeremonie beiwohnen und erhalten eine Urkunde mit der genauen Position, an der die Urne ins Meer herabgelassen wurde.

Ruheforst-, Friedwald- oder Friedpark-Bestattung. Ruheforste sind weniger erkennbar und liegen außerhalb von Dorf oder Stadt. Auch hier besteht die Möglichkeit einer christlichen Trauerfeier in Begleitung einer Pfarrerin oder eines Pfarrers. Die Asche Verstorbener wird in einem Waldgebiet in einer biologisch abbaubaren Urne zwischen den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Am Baumstamm wird eine Plakette angebracht, die den Begräbnisort erkennbar macht, nach Wunsch wird auch eine Namensplakette an den Baum geschraubt. An einem Baum kann die Asche einzelner Personen oder – mit der Zeit – ganzer Familien bestattet werden. Der Baum ist Grab und Grabmal zugleich; die Grabpflege entfällt. Inzwischen bieten auch manche öffentliche Friedhöfe solche Formen der Bestattung an.

Anonyme Bestattung. Bei einer anonymen Bestattung wird die Urne in einem Feld von anonymen Gräbern, wie zum Beispiel unter einer größeren Rasenfläche, beigesetzt. Die genaue Lage innerhalb des Grabfeldes wird nicht bekannt gegeben. Eine Teilnahme der Hinterbliebenen an der Beisetzung der Urne ist nicht an allen Orten üblich.

Darüber hinaus ist nach christlichem Verständnis das Totengedenken nicht nur ein individuelles Bedürfnis, sondern auch eine Gemeinschaftsaufgabe: Die Hinterbliebenen sind in ihrer Trauer nicht allein gelassen; die Verstorbenen – auch ohne die Angehörigen – werden aufgenommen in das gemeinsame Gedenken. Dabei ermöglicht die Bestattung auf einem öffentlichen Friedhof sowohl das individuelle als auch das gemeinschaftliche Gedenken. Er ist ein geschützter Ort und gewährleistet die Totenruhe.
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) setzt sich dafür ein, dass der Trend zur Individualisierung bis hin zur anonymen Bestattung nicht weiter verstärkt wird.